Die Erde wärmt die Schulgemeinde

08.07.2010 - Homepage des Hochtaunuskreises


Quelle: HochtaunuskreisHochtaunuskreis. Mit vier großen Bohrgeräten werden derzeit 45 Erdsondenbohrungen auf dem Gelände der neuen Philipp-Reis-Schule (PRS) an der Färberstraße in Friedrichsdorf durchgeführt. Je 120 Meter tief werden die Sonden in die Erde eingelassen, um später der Schule die nötige Energie zu liefern. "Wir haben zwar schon an anderen Schulen die Geothermie als Energiequelle genutzt. Dieses Erdsondenfeld ist aber das größte, das bisher im Rahmen des Schulbauprogramms genutzt wird", so Kreisbeigeordneter Uwe Kraft. "Die Geothermie passt hervorragend zur Bauweise der Schule. Die Sporthallen der PRS werden in Passivhausbauweise errichtet, der Neubau der Schulgebäude wird hinsichtlich des Primärenergiebedarfs Werte erzielen, wie sie auch bei einer Passivhausbauweise erreichbar sind. Wir gehen hier ganz neue Wege", erläutert Kraft. "Hinzu kommt, dass wir uns für eine so genannte Betonkernaktivierung entschieden haben. Das heißt, dass die Betondecken für die Temperierung der Räume genutzt werden und somit keine herkömmlichen Heizkörper mehr erforderlich sind. Das sprach auch für den Einsatz der Geothermie, die die Grundversorgung der neuen PRS sicherstellt", erläutert der Kreisbeigeordnete. So würden für die Betonkernaktivierung geringe Temperaturen benötigt, die eben genau durch die Erdsonden geliefert würden. Und sollte die mit einer Wärmepumpe aufbereitete Erdwärme während tiefen winterlichen Temperaturen nicht ausreichen, wird ein mit Holzpellets gespeister Heizkessel die restliche Heizenergie dazu liefern.

Kreisbeigeordneter Kraft weist zudem darauf hin, dass die Energieversorgung der Schule im wahrsten Sinne regenerativ sei: "Wenn den Räumen im Sommer überschüssige Wärme durch die dann gekühlten Bauteile entzogen wird, geben wir dem Erdreich die im Winter entnommene Energie wieder zurück." So werde das Gebäude vor einer Überhitzung geschützt und das Erdsondenfeld wieder generiert. Durch diesen Synergieeffekt, der auch einen Komfortgewinn darstellt, konnte die Anzahl der erforderlichen Sonden auf ein wirtschaftliches Maß reduziert werden. Zur Warmwasserversorgung der Sporthallen werden auf dem Dach der Schule zusätzlich 120 qm Sonnenkollektoren aufgestellt.

Die Gesamtinvestitionskosten der Heizungsanlage einschließlich Erdsonden, Pelletkesselanlage und Warmwasserkollektoren belaufen sich auf rund 750.000 Euro.

Die Erstinvestition liegt zwar über den Aufwendungen für eine konventionelle Anlagentechnik, jedoch ist die gewählt Anlage aufgrund der hohen Lebensdauer der Erdsonden und der verhältnismäßig geringen Energiekosten mittelfristig gesehen wirtschaftlich und amortisiert sich je nach Entwicklung der Energiekosten bereits nach 15 Jahren.

Kraft berichtet zudem, dass bereits probeweise eine ebenfalls 120 Meter tiefe Erdsonden-Pilotbohrung vorgenommen wurde, um die Ergiebigkeit des Erdreiches zu prüfen. Das über 2.000 Quadratmeter große Erdsondenfeld wird sich unter dem zukünftigen Parkplatz der Schule nahe dem Kreisverkehrsplatz befinden.

Die Bohrungen werden Ende Juli abschlossen sein. Derzeit laufen die Bauarbeiten auf dem rund 45.000 Quadratmeter großen Gelände auf Hochtouren.

So entstehen bis Herbst 2011 das Schulgebäude mit Ganztagesbereich und Mensa sowie die beiden Sporthallen. Der Bau dieser Schule ist die größte Einzelmaßnahme im Schulbauprogramm des Hochtaunuskreises.

Der Hochtaunuskreis investiert in die größte Einzelmaßnahme seines Schulbauprogramms inklusive aller Nebenkosten rund 75 Millionen Euro. Die Stadt Friedrichsdorf beteiligt sich entsprechend der abgeschlossenen Verwaltungsvereinbarung mit sechs Millionen Euro an den Kosten der Sporthallen.

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