Nachhaltigkeit das Thema der Zukunft - Veranstaltung im Kesselhaus Kolbermoor
Treffpunkt Oberbayern - HTI Gienger KG

22.03.2012 - Artikel im Oberbayerischen Volksblatt vom 27.03.2012


HTI Gienger KG
Treffpunkt Zukunft Oberbayern
Veranstaltung im Kesselhaus, Kolbermoor am 22.03.2012

Podiumsdiskussionen - Teilnehmer u.a. Dipl.-Ing. Andreas Duschl, Duschl Ingenieure

Nachhaltigkeit das Thema der Zukunft

„Keine langatmigen Vorträge, sondern facettenreiche Diskussionsrunden" hatten die Firmen HTI Gienger, Gienger KG und EFG in der Einladung zur Tagung „Treffpunkt Zukunft Oberbayern" den Gästen versprochen. Und es wurde Wort gehalten. Den ganzen Tag über sorgten Experten im Kolbermoorer Kesselhaus für interessante Gespräche zu Themen wie etwa Mobilität, Trinkwasser und Energienutzungsplan.

Diskussionsrunde Kesselhaus Andreas Duschl im Gespräch mit Podiumsteilnehmern

Fotos: lindl - heinemann

Gleich mehrere Diskussionsrunden - hier ging es um das Thema Wasser - bot die Fachtagung im Kesselhaus.

Kolbermoor - Rund 200 Vertreter von regionalen Unternehmen, Ingenieurbüros und Kommunen waren der Einladung der Gienger KG ins Kesselhaus gefolgt. Wie berichtet hat sich das bisher in Rosenheim ansässige Großhandelsunternehmen dazu entschlossen, nach Raubling zu ziehen. Dies war auch der Grund dafür, dass Raublings Bürgermeister, Olaf Kalsperger, in der Einführungsrunde zu Wort kam.

Kalsperger brachte dabei seine Freude über die Ansiedlung der Firma in Raubling zum Ausdruck: „Als Großhandel passt der Betrieb aufgrund unserer Nähe zur Autobahn sehr gut in unsere Gemeinde.

Auch in Bezug auf das in der Tagung aufgegriffene Thema „Grüner Verkehr - Gelingt die kluge Verbindung aus Energie, Verkehr und Navigation?" konnte Raublings Bürgermeister positiv punkten. Denn in Raubling gibt es bereits seit 2009 beispielsweise ein Bürgertaxi, das nicht mehr mobile Senioren dreimal in der Woche für 1,50 Euro pro Fahrt (egal wohin) nutzen können.

Für die Einleitung zur Diskussion rund um die Verkehrsproblematik sorgte Wolfang Inninger, Leiter Projektzentrum Prien des Fraunhofer-Institutes für Materiafluss und Logistik.

Doch auch Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo konnte zusammen mit namhaften Vertretern auf dem Podium in der Gesprächsrunde zum Thema „Regenerative Wende - Unser Energienutzungsplan" viele Beispiele dafür nennen, dass Kolbermoor in Bezug auf die Umsetzung des Energienutzungsplanes auf dem richtigen Weg ist. Kloo plädierte bei der von Thomas Heinemann moderierten Runde hierbei um eine transparente Öffentlichkeitsarbeit und machte deutlich, dass „das Thema Energie derzeit auf allen Ebenen diskutiert wird".

Thomas Herrmann, Persönlich haftender Gesellschafter der HTI Gienger KG, hob die Bedeutung der Nachhaltigkeit von Unternehmen für die Zukunft hervor: „Nun geht es darum, vorausschauend zu planen und sensibel in umweltfreundliche Energie zu investieren. Doch bei all dem, was heute und künftig technisch machbar sein mag, bleibt die treibende Kraft dahinter stets der Mensch."

Und wie der Mensch zur Umsetzung der neuen Richtlinien motiviert werden kann, verdeutlichte Dr. Marco Freiherr von Münchhausen in seinem Vortrag „So zähmen Sie ihren inneren Schweinehund".

Groß war das Interesse der Zuhörer an der informativen Gesprächsrunde unter dem Motto „Wird Wasser zu Gold?". Moderator Professor Dr. Frank Wolfgang Günthert verstand es gekonnt, den Podiumsteilnehmern viele Zahlen und Informationen zu entlocken. Paul Geisenhofer, Leitender Baudirektor des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim, brachte dabei einen wesentlichen Aspekt auf den Punkt: „Für uns gilt das Vorsorgeprinzip. Schadstoffe sollen aus Gründen der Nachhaltigkeit an der Quelle vermieden werden."

Geisenhofer sprach sich deutlich für sauberes Wasser und gegen eine Aufbereitung aus: „Das ist für mich auf Dauer der einzig zukunftsweisende Weg." Martin Winkler, Abteilungsleiter Trinkwasserversorgung der Stadtwerke Rosenheim, ließ keinen Zweifel daran, dass das „Rosenheimer Wasser Gold und die Region glücklicherweise mit natürlichen Grundwasservorkommen gesegnet ist." Dennoch sei ein sinnvoller Umgang mit Wasser wichtig.

Laut Winkler investieren die Stadtwerke Rosenheim zwischen 60 und 75 Prozent der Einnahmen durch den Wasserverkauf wieder in die Instandhaltung und Verbesserung der Netze.

Dass die Ausweisung von Wasserschutzgebieten nicht immer ohne Konflikte mit den Landwirten als Grundstücksbesitzer möglich ist, umriss Rechtsanwalt Norbert Viechtl. Der Experte betonte, dass dem Landwirt für die Schutzgebietsausweisung sein Boden nicht weggenommen, sondern die Nutzung eingeschränkt wird. Dafür wird er vom Wasserversorger entschädigt, wie Paul Geisenhofer hervorhob.

Wie wichtig die richtige Installationstechnik rund um das Thema Wasser ist, skizzierte Hubert Dossthaler (Viega GmbH & Co. KG). Als vielleicht künftiger Unternehmer saß auch ein Student auf dem Podium, der Bauingenieurwesen mit dem Aspekt des Umweltgedankens studiert. Er würde sich künftig mit Blick auf das Motto der Gesprächsrunde von den Verbrauchern eine noch größere Wertschätzung des Wassers wünschen: „Denn wir können ohne Gold leben, aber nicht ohne Wasser."

Quelle OVB vom 27.03.2012

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